2009 Japan

Japanreise des JugendSinfonieOrchesters Mannheim

3. April - 18. April 2009

 

Nach langem Flug mitZwischenlandung in Tokio und Weiterflug nach Fukuoka und anschließender zweistündiger Busfahrt sind wir mitten in der Nacht in Yamaguchi eingetroffen, wo uns unsere Gasteltern schon erwarteten. Sehr schnell wurden die JSOMler ihren Gastfamilien zugeteilt, die erwachsenen Begleitpersonen verbrachten die Nächte während des Aufenthaltes in Yam, einer wild romantischen Jugendherberge am Waldrand.

Am Sonntag, dem 05.April, war zuerst Ausschlafen angesagt, dann traf man sich im Bürgerhaus, wo man uns Judo- und Kendovorführungen darbot, auch durften sich einige JSOMler selbst auf die Matte begeben, wenn auch recht chancenlos! Danach ging es an die erste gemeinsame Probe mit dem japanischen Chor. Beethovens 9. Sinfonie stand für den folgenden Tag auf dem Programm. Unsere jungen Musiker bestaunten die Fähigkeiten des Chores, die Präzision (auch in derAussprache) und die Stimmgewalt.

Am Montag, dem 06.April, morgens war wieder Treffen im Bürgerhaus, wo man uns weitere japanische Traditionen nahebrachte wie Ikebana, japanische Schriftzeichen, Anprobe von Kimonos, und Teezeremonie. Unsere japanischen Partner machten sich sehr viel Mühe und wir hatten großen Spaß. Nachmittags fand eine letzte gemeinsame Probe und am Abend dann das große Konzert vor vollem Haus (1.400Personen zählten die Veranstalter) mit Beethovens 9. Sinfonie statt. Der deutsche Konsul vom Generalkonsulat aus Osaka, Herr Wolfgang Müller, war auch anwesend und begrüßte das Orchester, daß nicht nur aus Deutschland sondern sogar aus seiner Heimatstadt Mannheim angereist war.

Am Dienstag, dem 07.April, war vormittags Zeit, um mit den Gastfamilien etwas zu unternehmen. Nachmittags besuchten wir eine Highschool und konzertierten gemeinsam mit dem Schulorchester, abwechselnd dirigiert von unserem Dirigenten, Herrn Laxa, und der Orchesterleiterin der Schule. Es wurde japanisches Liedgut einstudiert.

Am Mittwoch, dem 08.April, ging es nach Hiroshima zum Peace Memorial Museum, welches uns alle sehr betroffen gemacht hat. Wohltuend, und auch um die Stimmung wieder zu beleben, war im Anschluß ein Spaziergang durchden großen Park voll mit blühenden Kirschbäumen, unter welchen die Japaner Picknick machten (Mittagspause). Auf dem Rückweg nach Yamaguchi machten wir Halt an der Kintai-Brücke und besuchten noch das Iwakani-Museum (Waffen und Samurai-Krieger).

Donnerstag, dem 09.April, wurde uns die traditionelle Herstellung einer japanischen Süßspeise plastisch vorgeführt: das Moshi-tsuki. Hierzu wird eine große Menge gekochten Reises mit einer Art Baseballschläger zu einer einheitlichen Masse geklopft, diese dann ausgerollt, getrocknet, dann in Bohnenmehl gewendet und gegessen. Genießbar ist dies am besten mit einer großen Menge grünen Tees. Danach ging es wieder zu einer Schule, wo das JSOM, nach einer ausführlichen Erläuterung über alle mitgeführten Instrumente, ein Konzert gab. Am gleichen Abend gab es dann eine tränenreiche Abschiedsparty, auch mit japanischenTänzen, in welche alle deutschen Freunde integriert wurden. Es wurde zusammen gesungen (das Kirschblütenlied). Der Abschied am nächsten Morgen fiel uns allen sehr schwer.

Am Freitag, dem 10.April, ging es wieder zum Flughafen. Nach der Landung fuhren wir weiter mit Bussen nach Odawara, wo man uns mit einem kleinen Imbiss empfing. Mittlerweile waren wir an Sushi in all seinen Variationen schon gewöhnt! Nach einem kleinen Konzert des Jugendorchesters der Stadt Odawara (es wurde auch unsere Nationalhymne zu Gehör gebracht) wurde die Verteilung in dieGastfamilien durchgeführt. Dieses Mal kamen auch alle Erwachsenen in den Genuss der privaten Unterbringung.

Der Samstag Vormittag, 11.April, konnte mit den Gastfamilien verbracht werden. Nachmittags  war dann die erste gemeinsame Probe, unterbrochen von einem gemeinsamen Abendessen.
 

Am Sonntag, 12.April, bescherte vormittags wieder eine Probe, am Nachmittag folgte dann das große Konzert, wieder vor vollem Haus (etwa 1.000 Zuhörer).

Am Montag, dem 13.April, besuchten wir wieder eine Highschool und es gab, nach vorheriger Instumentenkunde, erneut ein JSOM-Konzert. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Viele Gasteltern, sofern sie nicht arbeiten mußten, zeigten ihren Gästen die Umgebung- Einige fuhren sogar nach Yokohama, oder auch zum Ashi-See in Richtung des "Fuji San".

Am Dienstag, dem 14.April, war wieder Abschiednehmen angesagt, ähnlich schweren Herzens wie einige Tage zuvor. Mit Bussen ging es nach Ritto (Tagesfahrt), wo man uns gewohnt herzlich in Empfang nahm und, nach einigenAnsprachen, in den Gastfamilien verteilte.

Gleich am Mittwoch, dem 15.April, ging es zu einem Tagesausflug nach Kyoto. Zuerst besuchten wir den "Goldenen Tempel", danach ein Freizeit-und Filmmuseum. Hier konnte man wieder in japanische Traditionen eintauchen, auch die vielfältige Küche in den diversen Restaurants ausprobieren. Vor der Rückfahrt hielten wir noch an einer Tempelanlage zu einem kleinen Rundgang. 

Am Donnerstag, dem 16.April, ging es morgens wieder zu einer Highschool, eine amerikanische Privatschule. Hier war wieder intensive Kontaktpflege mit dem Schulorchester möglich (in welchem auch gut ein Dutzend Australier mitwirken). Nach einem schulüblichen Mittagessen im dortigenSpeisesaal (die japanischen Schüler helfen abwechselnd in der Küche und bei der Essensausgabe mit!) wurde gemeinsam geprobt; auch ein anderes japanisches Lied wurde einstudiert. Nach ein paar Sandwiches zum Abendessen gab es dann das gemeinsame Konzert (etwa 500 Zuhörer).

Am Freitag, dem 17.April, war schon vormittags eine Probe mit dem Jugendorchester der Stadt angesetzt. Nachmittags folgte eine zweite Probe und am Abend gab es das letzte große Konzert (etwa 600 Personen); dieses mal mit einem Klavierkonzert. Die aus Ritto stammende Pianistin Maya Onishi ist dem JSOM gut bekannt, da sie in der Hochschule Mannheim bei Prof. Eicher studiert hatte, und in den letzten Jahren mehrfach mit dem Orchester in der Region Mannheim Konzerte gab. Sie und ihre Mutter organisierten in Ritto dieses Konzert und die Unterbringung von uns allen in Gastfamilien.

Am Saamstag Morgen, dem 18.April, war schon um 4.00 Treffpunkt an den Bussen angesagt; es ging zurück nach Hause mit zwei Flügen und kurzem Zwischenstop in Tokio, um sich noch schnell mit ein paar japanischen Spezialitäten zu stärken.

Der Austausch mit japansichen Musikschülern und -studenten, mit anderen Jugendlichen und Erwachsenen in den Gastfamilien war mehr als interessant und wird uns immer im Gedächtnis bleiben. Allein schon diese Herzlichkeit, mit der man uns entgegen kam und uns betreute ,ist kaum zubeschreiben. Wir haben Freunde gefunden in diesem fernen Land! Auch war es ein großes Vergnügen für das Orchester, in solch wunderbaren großen Konzertsälen zu spielen, zudem so gut besuchten Konzerten aufzu treten. Solche Veranstaltungsorte kann es sich in und um Mannheim leider nicht leisten! Darüber hinaus muß gesagt werden, daß ein solches Projekt auch für die Orchestergemeinschaft des JSOM sehr nützlich ist und gut tut. Durch das gemeinsame Interesse: zu musizieren, in einer Gruppe zu musizieren, gemeinsam erfolgreich Konzerte zu gestalten und auf große (oder auch kleinere)Reisen zu gehen, ...ist eine Benachteiligung der Mädchen sowie der Orchestermitglieder aus den unterschiedlichsten ethnischen Gruppen und Glaubenszugehörigkeiten grundsätzlich ausgeschlossen. Zugang zum Orchester haben auch immer Jugendliche mit Migrationshintergrund, was hier keine Rolle spielt; es gibt andere Wichtigkeiten! Musik zum Beispiel ! Musik ist eine einheitliche Sprache, weltweit, weshalb man auch gerne gemeinsam auf Reisen geht. Durch den Kontakt mit ausländischen Partnerorchestern werden Vorurteile, Ängste und eine gewisse Scheu vor Fremdartigkeit abgebaut, Grenzen werden eingerissen; aber es wird auch Respekt vor anderen Sitten und Gebräuchen gefordert, Vergleiche werden angestellt. Zudem entstehen Freundschaften, die vielleicht ein Leben lang halten.

Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch des japanischen Chores "An die Freude" aus Yamaguchi im Mai 2010!

Dem Goethe-Institut sei gedankt dafür, daß es dieses wunderbare und lehrreiche Projekt durch seine finanzielle Unterstützung wieder möglich gemacht hat.

Unser Dank gilt auch dem Verein der Freunde und Förderer der Musikschule Mannheim und der Kreis-und Stadtsparkasse Speyer für ihre finanzielle Unterstützung.